Reflektion im Mai

Mai 1, 2008

Was ich geleistet habe:

Ich habe ein Album produziert, ich habe die Musikschule besucht, ich habe Klavier gespielt, ich bin in Taekwondo gegangen, ich war in Cuxhaven im Urlaub, ich bin durchs Watt gewandert, ich habe anonyme Valentinstagsrosen verschickt, ich habe Physik gehasst, ich bin gerne zur Schule gegangen (im großen und ganzen), ich war an Fasching mal als Pirat verkleidet, ich hab an Freinacht schon Mal richtig die Sau raus gelassen, ich war ein großer Fahrradfahrer, ich war mit Krücken bei der WM 2006 in Berlin, ich habe Gedichte geschrieben, ich habe nenn T-Shirt Shop im Internet, ich habe viele Mädels geliebt (dabei wusste ich mit 6 noch gar nicht das heißt), ich lag schon besoffen an der Isar, ich hab viele Städte besucht, ich hab mich in diversen Diskos rumgetrieben, ich hab den „Platz des Hundertjährigen Wunders“ fotografiert, ich bin beim Chiemsee Reggae im Schlamm ausgerutscht und auf die Fresse geflogen, ich hatte guten Sex in meinem Leben und 2 Mal auch schlechten, ich hab im Italien Urlaub mit nem Anton aus München auf je einer Luftmatratze das Meer erobert, ich habe einen Blog namens Hoersinn gemacht und aus Langeweile wieder gelöscht, ich habe gelitten und geheult, als so ne Mistkuh keine Liebe von mir wollte, ich hab ne Menge Zeit einfach nur nachgedacht und es kam nix dabei raus, ich hab so vieles nicht getan, ich hab so vieles doch getan, und wenn mir noch was einfällt, gibt’s vielleicht auch einen Nachtrag. Aber ich denke, dass hat schon alles so gepasst und deswegen mach ich auch genau so weiter!!!

One Response to “Reflektion im Mai”


  1. Ich bin in Berlin geboren. Oft Urlaub auf dem Bauernhof, im schönen Bayern. Ich entschied mich als Vierjährige für vegetarische Ernährung (bald wieder verworfen). Ich entschied mich bald darauf für eine Kindheit beim Vater. Man hatte mir die Wahl gelassen. Ich verbrachte meine Kindheit vor dem Fernseher. Ich hatte Schulangst, die sich teils in der Uni fortsetzte. Redeangst ist furchtbar. Ich lebte einige Monate im Ausland. Ich sprach Spanisch ohne nachzudenken. Ich habe schon aus Wut hyperventiliert. Ich war schon einmal beim Psychologen (abgebrochen, bringt nix). Ich bin über meinen Schatten gesprungen. Ich habe mich zusammengerissen und den Arsch hochbekommen. Bin durch Deutschland und die Schweiz nach Italien getrampt. Ich bin an der Küste Panamas beinahe ertrunken. Ich habe am Strand in Italien übernachtet, mit Blick auf den Mond, Gespräch und dann Sonnenaufgang. Ich habe jemanden mit Haut und Haaren geliebt. Ich hatte Liebeskummer, der etwa ein Jahr anhielt. Ich habe noch nie jemanden wirklich gehasst. Ich habe zu oft verziehen. Ich habe Marmelade selbst gekocht und Mützen gestrickt. Einmal habe ich Gulasch gekocht und einmal einen Braten. Sonst oft Nudeln. Ich mochte Bier noch nie, es brachte mich trotzdem schon dazu, nicht mehr reden und aufrecht sitzen zu können. Wodka ist besser. Ich bin einige Tage in den Appalachen gewandert. Da war ich stolz auf mich. Ich lernte tanzen. Ich habe Spaß an elektronischer Musik entdeckt. Ich habe schon einmal die Kontrolle verloren. Ich habe keine harten Drogen probiert, wohl aus Angst vor Kontrollverlust. Nachts an der Havel gesessen, ich werde mich nochlang daran erinnern, vielleicht auch er. Ich war mir schon einmal sicher, hier und jetzt sterben zu müssen. Ich habe mich zu Sex überreden lassen. Es gibt Sex, der sich lohnt und Sex, der sich eben nicht lohnt. Ich habe gelernt: Verzicht ist oft besser. Ich habe gelernt, was Leidenschaft ist. Ich bin furchtbar auf die Schnauze gefallen. Ich habe mit Ende 20 einen neuen Geschmack kennen gelernt, den von Johannisbrotsirup. Ich traf mich mit jemandem, der an Außerirdische und Ufos glaubt und verstand mich gut mit ihm. Ich hatte oft Glück. Ich schrieb eine Diplomarbeit. Es gibt ne Menge Callcenter-Erfahrung. Manchmal, ganz selten, konnte ich im Moment leben, von Zeit befreit. Es sind schon Träume wahr geworden. Und jetzt: Kein Plan, aber das wird schon kommen.


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